Beachten Sie bitte das Sie vorsichtig und umsichtig mit deisem Gerät arbeiten, da herunterfallende Eiszapfen eine Gefahr darstellen. Auch sollten Sie in großen Höhen das Loch nicht benutzen da das zusätzliche Gewicht das durch steckengebliebende Eiszapfen nur schwer zu händeln ist und die Hebelwirkung durch eine lange Stange enorm ist.
Münster - Ein gut 20 Zentimeter breites Loch, das in der Markise des Schuhgeschäfts Hülck klafft, lässt erahnen, mit welcher Wucht das mehr als faustdicke und wohl einen halben Meter lange Geschoss heruntergeknallt sein muss. Offenbar nur um wenige Zentimeter hat am Mittwoch ein vom Dach eines dreistöckigen Altbaus auf der Warendorfer Straße abgebrochener Eiszapfen eine Frau mit einem Kinderwagen verfehlt.
„Nicht auszudenken, was hätte passieren können“, musste Inhaber Franz-Josef Hülck auch gestern noch tief durchatmen. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Und wir sind hier seit 1949.“
Am frühen Nachmittag hatte sich der durch die Sonne angetaute Eiszapfen gelöst. „Damit rechnet hier doch niemand. Man kann nur an alle Fußgänger appellieren, derzeit gut nach oben zu schauen, denn die Gefahr lauert an vielen Gebäuden“, meinte Ute Reckfort, die mit ihrer gleichnamigen Drogerie unter dem gleichen Dach sitzt. Da weitere Eiszapfen abzubrechen drohten und sich nur wenige von Fenstern aus entfernen ließen, alarmierten die Geschäftsinhaber die Feuerwehr. Diese rückte mit einem Leiterwagen an, konnte aber auch nur einige potenzielle Eisgeschosse entfernen. „Da ein Abschlagen aus Sicherheitsgründen nicht möglich war, wurde die Gefahrenzone rund um das Gebäude mit Flatterband abgesperrt“, berichtete Fritz Burrichter, stellvertretender Leiter der Feuerwehr. Damit Kunden die Geschäfte weiterhin betreten können, haben die Inhaber die Zugänge von einer Fachfirma durch Gerüste absichern lassen.
In der Verantwortung stehen nämlich nicht Stadt oder Feuerwehr, sondern die Hauseigentümer, wie das Ordnungsamt betonte. „Sie sind verpflichtet, gegebenenfalls auf eigene Kosten eine Spezialfirma zu beauftragen, die Eiszapfen zu entfernen oder eine Absperrung vorzunehmen. Bei akuter Gefahr sollte man aber durchaus auch zunächst einmal selber sperren“, so Horst Werner Koch.
Weigere sich der Eigentümer, seinen Pflichten nachzukommen, leite die Stadt Maßnahmen ein und stelle diese in Rechnung. Nach dem Fast-Unfall an der Warendorfer Straße musste die Feuerwehr gestern zu zwei weiteren Eiszapfen-Einsätzen ausrücken. „Und sobald es Tauwetter gibt, könnte sich das Problem verschärfen“, befürchtet Koch.